Was tun gegen den Neurodermitis Juckreiz?

Neurodermitis, auch als atopische Dermatitis bekannt, ist eine chronische entzündliche Hauterkrankung, die durch intensiv juckende Ekzeme gekennzeichnet ist. Eines der zentralen und problematischsten Merkmale dieser Erkrankung ist der sogenannte Juckreiz Kratz Zirkel. Dieses Phänomen beschreibt einen Teufelskreis, der den Neurodermitis-Juckreiz verstärken und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann. Der Juckreiz Kratz Zirkel beginnt mit einem starken, oft unerträglichen Juckreiz. Dieser Juckreiz veranlasst die betroffene Person zum Kratzen der betroffenen Hautstellen. Obwohl das Kratzen kurzfristig Linderung verschaffen kann, führt es langfristig zu einer Verschlimmerung der Symptome. Das Kratzen verursacht mikroskopisch kleine Verletzungen in der Haut, die die Barrierefunktion der Haut weiter schwächen und eine Entzündungsreaktion auslösen. Diese Entzündungsreaktion führt zu einer verstärkten Freisetzung von Entzündungsmediatoren, die den Juckreiz intensivieren und so den Zirkel erneut in Gang setzen.

Auch Eltern von Kleinkindern, die von dem Neurodermitis-Juckreiz und der Erkrankung betroffen sind, kennen das Phänomen des Juckreiz Kratz Zirkel nur als zu gut:


Das Kratzen zerstört die Hautoberfläche, die Haut nässt, verkrustet und der Juckreiz wird noch schlimmer. Durch diesen sogenannten Juckreiz Kratz Zirkel wächst das Risiko, dass sich die Haut schneller infiziert, massiv an. 

Das eigene Kind leidet merklich unter dem starken Neurodermitis-Juckreiz und versucht sich mit aller Gewalt zu kratzen. Da sich Säuglinge im Alter zwischen vier und sechs Monaten jedoch noch nicht gezielt kratzen können, reiben sich Neurodermitis-erkrankte Säuglinge ihr Gesicht oft hemmungslos gegen die Bettwäsche oder sogar gegen die Gitterstäbe des Bettes.

Juckreiz Kratz Zirkel – Dem quälenden Kratzen durch Neurodermitis vorbeugen

Der beste Weg, den Juckreiz unter Kontrolle zu bekommen, ist natürlich der ursächliche Neurodermitis-Erkrankung grundsätzlich in den Griff zu kriegen. Doch dies ist ein langer Weg, der einige Jahre dauern kann. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten, mit einfachen Mitteln den Juckreiz zu mindern.

Um bei Neurodermitis die Lebensqualität zu verbessern, ist es essenziell, Symptome bei Kindern frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu behandeln. Hier erfährst Du mehr zu Neurodermitis-Symptomen bei Kleinkindern und wie Du dabei vorgehen kannst.

Diese Tipps helfen gegen den Neurodermitis-Juckreiz

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Juckreiz bei Kindern oder Dir selbst zu lindern. Salben, Cremes, aber auch Neurodermitis-Hausmittel können die Symptome oder zumindest den Juckreiz abmindern. In der folgenden Übersicht findest Du nützliche Tipps dazu:

  • Mit einem feuchten Handtuch, die betroffenen Stellen befeuchten. Das Handtuch erst in kaltem Wasser tränken, dann auswringen bis es nicht mehr tropft
  • Ekzem-Salbe auf die empfindlichen Stellen auftragen — eine dicke Schicht Neurodermitis Creme kann temporär den Juckreiz lindern
  • Das Kind in eine Freude-bringende Aktivität involvieren, kann vom Juckreiz ablenken
  • Darauf achten, dass das Kind kein Stress und keine Sorgen spürt ist ein extrem wichtiger Punkt! Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Stress vermehrt für Schübe sorgen kann. Achtsamkeitsübungen, Stretching oder Atemübungen können für Entspannung und Stressreduzierung sorgen. Das Kind anzunörgeln, es solle aufhören zu kratzen, kann sogar dazu führen, dass sich die Angst des Kindes vor dem Jucken verschlimmert. Deshalb besser immer auf die oben genannten Entspannungstechniken zurückgreifen.

Stress und Ängste reduzieren

In diesem Zusammenhang ist es außerdem erwähnenswert, wie essentiell wichtig der eigene Umgang mit Stress für das Kind ist. Kinder sind extrem sensibel und haben oft einen siebten Sinn für die Gefühlswelt der Eltern. Deshalb ist es umso wichtiger die eigenen Sorgen und Ängste nicht an das Kind heranzutragen.

Den Teufelskreis des Kratzens durchbrechen

Wissenschaftler haben bewiesen, dass eine Verhaltenstherapie, das sogenannte Habit-Reversal-Training, eine effektive Lösung bei Erwachsenen Neurodermitis Betroffenen sein kann. Neuere klinische Studien beweisen nun auch positive Effekte bei Kindern mit Neurodermitis.

Habit-Reversal-Training beschäftigt sich damit, erst ein unerwünschtes Verhalten zu identifizieren (in diesem Fall das Kratzen) und dieses dann mit einem anderen akzeptablen und ablenkenden Verhalten zu ersetzen (wie z.B. das Ballen der Fäuste oder das Auflegen eines Fingernagels auf die betroffene Stelle, bis der Juckreiz vorüber geht). Klingt in der Theorie erstmal einfach und nachvollziehbar — ist in der Praxis jedoch ein längerer Prozess, der viel Disziplin und Ausdauer von allen Beteiligten erfordert.

Eltern können helfen, den Juckreiz Kratz Zirkel nachhaltig zu durchbrechen

In diesen Prozess des Verhaltens-Trainings ist eine enge Involvierung der Eltern unabdingbar. Denn das vom Kind neu erlernte bzw. ersetzende Verhalten sollte typischerweise direkt mit Lob belohnt werden. Wenn das Kind dann doch in alte Muster verfällt und wieder anfängt zu kratzen, sind auch wieder besonders die Eltern gefordert.

Intervention sollte hier jedoch nicht verbal im Sinne eines Ausrufs erfolgen. Anstatt dem Kind zu sagen, mit dem Kratzen aufzuhören, sollte eher durch eine Aktion, die das Kind an die ersetzende Handlung erinnert, interveniert werden. Dies kann zum Beispiel durch sanftes Wegführen der Kindeshand von der Problemstelle oder durch anderweitige Ablenkung gelingen.

*TIPP: Ein Neurodermitis-Tagebuch kann helfen, herauszufinden, in welchen Situation der Juckreiz Kratz Zirkel noch nicht durchbrechen werden konnte. Somit lassen sich Muster ableiten, die man gezielt angehen kann. Die Neurodermitis App Nia unterstützt Dich dabei.

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